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Meldung vom
15. Aug. 2002

Renate Künast im "Milchmuseum"

Bundeslandwirtschaftsministerin informierte sich auch über das "Ökologische Informationszentrum"

VON ELKE MÜLLER

• Warburg/Willingen. In dem bundesweit einzigen Milchmuseums in Willingen-Usseln, welches in Kürze durch die Neueröffnung eines "ökologischen Informationszentrums" erweitert werden soll, informierte sich am Dienstagnachmittag Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) auf Einladung des Ausschussratsvorsitzenden und Mitbegründers der Biomolkerei Usseln, Josef Jacobi.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Hubert Bechstein gab Josef Jacobi als Mitbegründer der Bauernmolkerei einen kurzen Streifzug durch die Geschichte der Molkerei. Als "jüngstes Kind" dieses Unternehmens sei es das Anliegen des "Upländer Milchmuseum", neben dem touristischen Aspekt vor allem Kindern über das Produkt Milch die ökologische Landwirtschaft und damit den Wandel der Agrarwirtschaft näherzubringen, stellte die Geschäftsführerin Karin Arzt-Steinbrink heraus. Hier biete das Museum den Schulklassen neben Themenwanderungen auch die Möglichkeit, selbst Milchinhaltsstoffe in einem eigens dafür geschaffenen Versuchslabor zu untersuchen.

 

"Ich werde mich auch weiterhin 
für die Agrarwende stark machen"

Als eine „beachtenswerte Leistung der Betreiber" honorierte Renate Künast die Initiative und das "hohe Engagement" der Akteure. „Ich freue mich über diesen Unternehmermut und werde mich wie bisher auch in Zukunft weiterhin für die Agrarwende stark machen", informierte die Bundesministerin.

Als Überbringerin eines Schecks für das zukünftige "Ökologische Informationszentrum" sowie einen geplanten "Milchgarten" Künast noch einmal ihre Freude über die gelungene Verbindung von Dienstleistung und Tourismus zum Ausdruck - und sie werde dieses Beispiel der kleinsten Molkerei Deutschlands gern weitergeben.

Josef Jacobi schilderte in kurzen chronologischen Zügen die Anfänge der Molkerei im Jahr 1898 bis heute. Damals schlössen sich 35 Landwirte zu der Genossenschaft "Upländer Gebirgsmolkerei" zusammen, die eine Tagesproduktion von 500 Litern Milch erreichten.

„Als 1968 die Zahl der Genossen auf 1.100 und die Milchmenge auf 20 Millionen Liter jährlich wuchsen, wurde eine modernes, größeres Produktionsgebäude gebaut, in dem heute noch - bzw. wieder - Milch verarbeitet wird". Nur der Initiative einiger Bauern sei es zu verdanken, dass die mittlerweile 100-jährige Geschichte der Bauernmolkerei weiter geschrieben werden könne.

Nachdem die Molkerei im Jahr 1995 als Ergebnis einer Fusion mit den Milchwerken Köln/ Wuppertal bereits ihr Ende gesehen hatte, gründeten dann 16 Bauern im Jahr 1996 diesen nach ökologischen Richtlinien arbeitenden Milchbetrieb.

 

 

Informativ- und lecker: Kinder einer vierten Usselner Schulklasse führten die Bundesministerin Renate Künast anschaulich vor, wie leicht es ist, Butter aus Rahm zu gewinnen.


 

Schmackhaft: Zum Abschied überreichte Museumsleiterin Anke Particek der Bundesministerin Renate Künast eine kleine Auswahl an Usselner Molkereiprodukten. 
Von links: Museumsleiterin Anke Particek, Aufsichtsratsvorsitzender Josef Jacobi, Geschäftsführerin Karin Arzt-Steinbrink, Bundesministerin Renate Künast, Staatssekretär Matthias Benninger sowie Bürgermeister Hubert Bechstedt. FOTO: MÜLLER

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